So sind wir dann nachmittags in San Francisco angekommen, über die Oakland-Bridge direkt in Downtown. Schon während der Anfahrt haben wir eine Eigenheit von San Francisco gesehen, die böses ahnen liess: Über der Stadt war eine Wolke geparkt, die wir erst für Smog hielten. Später stellte sich heraus, dass hier warme Luft mit kaltem Pazifik für jede Menge Kondensat sorgt, so dass San Francisco fast immer eine ganz exklusive Wolke hat. Grrr. Haben dann erstmal eingecheckt und Auto geparkt. Parken war erwartungsgemäß recht teuer, für die 3 Tage 40 Dollar, und dass auch nur, weil der nette Mensch uns den angebrochenen Tag nicht berechnet hat. Das Hotelzimmer war im Vergleich zu dem, was wir bisher gewöhnt waren, verdammt eng. Wir also alle Koffer ins Zimmer, und los in die Stadt! Allerdings nicht ohne den Pullover und die langen Hosen rauszusuchen, es war nämlich verdammt kalt, ungefähr 12° C. Und wir kamen ja mehr oder weniger aus der Wüste... Genau genommen waren wir allerdings schon sehr zentral mit unserem Hotel, so dass wir direkt mal zu Fuß Richtung Market Street gelaufen sind. Irgendwo müssen wir dann falsch abgebogen sein, und sind in einem Viertel gelandet, wo man vermutlich vom Reiseführer empfohlen bekommt, dort nicht reinzugehen. Und ich mit der dicken Canon locker über der Schulter, juhu. Da fühlt man sich richtig wohl. Interessanterweise meinte Miriam dann noch, dass sie das Viertel vermutlich schon kennt, da hätte sie ihr Vater schon einmal reingeführt. Wobei eigentlich alles ganz friedlich war, und wir einen ersten Eindruck von der Bevölkerung bekommen haben. Ich glaube, die San Franziskaner sind ein bisschen... anders. Irgendwie wurde ich den Eindruck nicht los, dass hier einige nen Sprung in der Schüssel haben. Nun gut, irgendwann haben wir dann auch den richtigen Weg und die Marketstreet gefunden. Wir haben uns dann entschieden, den 3-Tage-Muni-Pass zu erstehen, um uns nicht mehr um irgendwelche Bustickets etc. kümmern zu müssen. Insbesondere, weil die Cable Cars auch inklusive waren und dort die Einzelpreise recht teuer gewesen wären. Wir sind dann noch eine Weile durch die Stadt und an der Fishermans Wharf langgelaufen. Naiv wie ich bin, dachte ich ja eigentlich, dass die Kletterei und bergauf-Lauferei an der Küste und in den Städten ein Ende finden würde. Was ich dabei verdrängt habe, ist die Tatsache, dass San Francisco ja auf gefühlten 3000 Hügeln erbaut wurde. Und die sind teilweise so steil, dass unser Automatik-Auto im Vorwärts-Modus rückwärts rollt! Irgendwann war aber irgendwie kurz nach 20 Uhr fast alles zu, kaum noch was los und die Temperatur immer noch eisig. Also sind wir dann auch mit dem Cable Car Richtung Hotel und ins Bett. Hätte nicht gedacht, dass eine Millionenstadt wie San Francisco so früh die Bürgersteige hochklappt.
Nach einem kurzen Abstecher in ein Outlet am Wegesrand haben wir noch kurz in Berkeley angehalten. Wir sind einmal kurz über den Campus gelaufen, und wollten dann etwas essen. Wir haben dann auch ein nettes Restaurant gefunden, einen Tisch bekommen, sogar Internet war vorhanden. Nur gab es auf der Speisekarte nichts, aber auch gar nichts ohne Knoblauch, den Miriam nicht verträgt. Also wieder raus... Mittlerweile hatte dann aber auch fast nichts mehr auf, so dass wir in einem Imbiss-Pizza-Laden gelandet sind. Ist mal wieder typisch, die für gutes Essen bekannte Stadt Berkeley, und wir landen im Imbiss :-) Aber wir wollten ja auch noch was von San Francisco sehen.